Geruchskonserven – Relikt in der Praxis / 2010 —
› […] Sie sind das so kuriose wie bedrückende Relikt eines Überwachungs­apparates, der jedes Maß verloren hatte. Der Anblick der Vorratsgläser im Museum ruft ausgesprochen gemischte Gefühle hervor, denn das Verfahren scheint lächerlich, antiquiert, unheimlich, beschämend und schamlos. Was könnte sinnfälliger als das Staubtuch im Weckglas die Entschlossenheit eines Staates repräsentieren, seinen Bürgern mit allen denkbaren Mitteln hin­terher­zu­schnüf­feln? Aber nun ist der Fall eingetreten, dass eine Poli­zei­technik, ein erkennungsdienstliches Instrument aus dem Museum in die Praxis zu­rück­ge­kehrt ist. […] Die Körpergeruchsproben stammen von Personen, die verdächtigt werden, sie könnten womöglich auf dem be­vor­steh­enden G-8-Gipfel gegen Gesetze verstoßen oder doch zumindest unliebsam auffallen […] ‹ (F.A.Z., Nr. 119, 2007)

3x 115x145cm, C-Print – Hängung mit Klammern


 

 

 

f/stop fotofestival 2010, leipzig