StattBild — invece veduta / 2014 —
Ausgangspunkt der Arbeit sind die Abbilder von Hausfassaden, die auf Wunsch der jeweiligen Anwohner/Eigentümer unkenntlich gemacht wurden. Die Verhüllung hinter einer milchglasartig, transparenten Fläche verleiht den Bildern einen eigentüm­lichen Look und Status – muss es mit diesen Ge­bäuden nicht etwas Geheim­nis­volles auf sich haben, wenn sie sich unseren Blicken entziehen wollen? Und sind die verhüllten Gebäude nicht überhaupt interessanter als jene, die sich uns entblößen? Schafft die Interaktion vielleicht gar eine spezifische Ästhetik, die man ›erotische Archi­tek­tur­foto­gra­fie‹ nennen könnte? Was zu Beginn des Dienstes eine Ausnahme war, ist in manchen Straßenzügen und Stadtteilen mittlerweile zur Regel geworden: Google Street-View wird mehr und mehr zur Metapher der verhüllten Stadt.

101x140cm C-Print auf HDF in Eiche-Objektrahmen
21x28cm Inkjet-Print auf 100g Papier, genagelt
496 seitiger Buchblock mit offener Fadenheftung

Projektwebseite — Stattbild Leipzig

Veröffentlicht in European Photography (#93)