Über das Projekt

StattBild

Ausgangspunkt der Arbeit sind die Abbilder von Hausfassaden, die auf Wunsch der jeweiligen Anwohner/Eigentümer unkenntlich gemacht wurden. Die Verhüllung hinter einer milchglasartig, transparenten Fläche verleiht den Bildern einen eigentüm­lichen Look und Status – muss es mit diesen Ge­bäuden nicht etwas Geheim­nis­volles auf sich haben, wenn sie sich unseren Blicken entziehen wollen? Und sind die verhüllten Gebäude nicht überhaupt interessanter als jene, die sich uns entblößen? Schafft die Interaktion vielleicht gar eine spezifische Ästhetik, die man ›erotische Archi­tek­tur­foto­gra­fie‹ nennen könnte? Was zu Beginn des Dienstes eine Ausnahme war, ist in manchen Straßenzügen und Stadtteilen mittlerweile zur Regel geworden: Google Street-View wird mehr und mehr zur Metapher der verhüllten Stadt.

Mich interessiert zum einen die Veränderung, der Übergang von der Dar­stellung zur Abstraktion des Bildmaterials aufgrund menschlichen Handelns – der nachträgliche Eingriff annuliert den Wirk­lich­keits­an­spruch der Foto­gra­fien, das ›Es-ist-so-gewesen.‹ der Ausgangsfotos. Und zum anderen der Umgang mit digitalen Foto­gra­fien im Zeitalter von Big-Data und der Wunsch nach Anonymität, welcher durch die Verhüllung ein visuelle Entsprechung erhält.

Die Arbeit umfasst derzeit 268 Fotografien Leipziger Stadtansichten und Sehens- würdigkeiten. Ausgangspunkt ist die Interaktion zwischen Mensch und Abbild, die nachträgliche, ausdrücklich erwünschte Verhüllung des Bildmaterials privater Hausfassaden auf Google-Streetview.

http://www.toolsch.de